Reprint der historischen Karten

Reprint der historischen Karten

Die Klassifikation von 1868 / 1897

Basierend auf der »Instruction du 24. nov. 1802« des französischen Finanzministeriums wurde zu Zeiten Napoleons mit einer neuen Klassifikation der Weinberge begonnen. Erstmalig in der Geschichte – siehe Zitat – basiert diese Bonitierung auf der Tatsache, »dass die Fläche mit der größten Erntemenge nicht automatisch die beste ist« und in hochwertigen Weinbergen »sei es durch die Bodenverhältnisse oder durch die Natur der Pflanzen selbst, oft nur ausgesprochen wenig geerntet« wird. 


Glücklicherweise übernahmen die Preußen nach 1815 diesen Denkansatz und brachten die Klassifikation in den 40er Jahren zu einem Anschluss. Mit Akribie und großem Sachverstand wurden alle Weinberge acht verschiedenen Gruppen zugeordnet, wobei oftmals innerhalb einer Parzelle zwei oder sogar drei verschiedene Klassen ausgewiesen wurden. Während der großen Weinbaukrise der 40er und 50er Jahre, die von katastrophalen Missernten und einem ruinösem Preisverfall gekennzeichnet war, mehrten sich die Stimmen für eine Qualitätsoffensive des Moselweins. So erschien in Jahre 1868 in Trier das vom Winninger Districtarzt Arnoldi verfasste Lehrbuch für Weinbau zusammen mit einer Weinbaukarte des Regierungsbezirks Trier, auf der die Katasterbewertung zur besseren kartographischen Darstellung in drei farblich abgesetzten Qualitätsstufen dargestellt wurde.

Als Orientierungshilfe für den Weineinkauf wurde die Karte schnell zu einem so großen Erfolg, dass der Handel auch von der Koblenzer Bezirksregierung ein entsprechendes Werk einforderte, welches dann nach langem Zögern 1897 endlich fertiggestellt wurde. Leider war zu diesem Zeitpunkt die offizielle Weingesetzgebung mit dem Gesetz von 1892 schon ganz auf die »Öchsle« als Qualitätsparameter ausgerichtet, so dass die Karten in den folgenden Dekaden immer mehr an Bedeutung verloren.


Heute ist die Weinproduktion geprägt von modernem »food-design«. Gezüchtete Hefen und Enzyme garantieren industriellen Fortschrittsgeschmack. Gleichzeitig formiert sich jedoch die Gegenbewegung. Und mit der Rückbesinnung auf die Traditionen des Moselweinbaus, d.h. mit dem Fokus auf das faszinierende System »Weinberg«, gewinnt die alte Karte immer mehr an Bedeutung. 


Neben 3448 ha in der dritten Kategorie (ocker) und 2517 ha der zweiten Kategorie (orange) sind nur 181 ha von damals insgesamt 6146 ha, d. h nur knapp 3 % aller Weinberge, in der Karte mit dunkelroter Färbung als 1. Qualitätsstufe ausgewiesen. Im Verband der Prädikatsweingüter Deutschland (VDP) haben wir festgelegt, diese Parzellen - bei Einhaltung der sonstigen Qualitätsparameter - als »VDP.GROSSE LAGE« (grand cru) zu bezeichnen. 


Wir haben beide Karten reproduzieren lassen. Sie haben jeweils ein Format von ca. 42 mal 140 cm und sind plano, d.h. aufgerollt in einem Köcher, im Weingut (webshop) erhältlich.


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Reprint der historischen Karten

Klassifikation
von 1868 / 1897

Basierend auf der »Instruction du 24. nov. 1802« des französischen Finanzministeriums wurde zu Zeiten Napoleons mit einer neuen Klassifikation der Weinberge begonnen. Erstmalig in der Geschichte – siehe Zitat – basiert diese Bonitierung auf der Tatsache, »dass die Fläche mit der größten Erntemenge nicht automatisch die beste ist« und in hochwertigen Weinbergen »sei es durch die Bodenverhältnisse oder durch die Natur der Pflanzen selbst, oft nur ausgesprochen wenig geerntet« wird. 

Glücklicherweise übernahmen die Preußen nach 1815 diesen Denkansatz und brachten die Klassifikation in der 40er Jahren zu einem Anschluss. Mit Akribie und großem Sachverstand wurden alle Weinberge acht verschiedenen Gruppen zugeordnet, wobei oftmals innerhalb einer Parzelle zwei oder sogar drei verschiedenen Klassen ausgewiesen wurden. Während der großen Weinbaukrise der 40er und 50er Jahre, die von katastrophalen Missernten und einem ruinösem Preisverfall gekennzeichnet war, mehrten sich die Stimmen für eine Qualitätsoffensive des Moselweins. So erschien in Jahre 1868 in Trier das vom Winninger Districtarzt Arnoldi verfaßte Lehrbuch für Weinbau zusammen mit einer Weinbaukarte des Regierungsbezirks Trier, auf der die Katasterbewertung zur besseren kartographischen Darstellung in drei farblich abgesetzten Qualitätsstufen dargestellt wurden.

Als Orientierungshilfe für den Weineinkauf wurde die Karte schnell zu einem so großen Erfolg, dass der Handel auch von der Koblenzer Bezirksregierung ein entsprechendes Werk einforderte, welches dann nach langem Zögern 1897 endlich fertiggestellt wurde. Leider war zu diesem Zeitpunkt die offizielle Weingesetzgebung mit dem Gesetz von 1892 schon ganz auf die »Öchsle« als Qualitätsparameter ausgerichtet, so dass die Karten in den folgenden Dekaden immer mehr an Bedeutung verloren.


Heute ist die Weinproduktion geprägt von modernem »food-design«. Gezüchtete Hefen und Enzymen garantieren industriellen Fortschrittsgeschmack. Gleichzeitig formiert sich jedoch die Gegenbewegung. Und mit der Rückbesinnung auf die Traditionen des Moselweinbaus, d.h. mit dem Fokus auf das faszinierende System »Weinberg«, gewinnt die alte Karte immer mehr an Bedeutung. 


Neben 3448 ha in der dritten Kategorie (ocker) und 2517 ha der zweiten Kategorie (orange) sind nur 181 ha von damals insgesamt 6146 ha, d. h nur knapp 3 % aller Weinberge, in der Karte mit dunkelroter Färbung als 1. Qualitätsstufe ausgewiesen. Im Verband der Prädikatsweingüter Deutschland (VDP) haben wir festgelegt, diese Parzellen - bei Einhaltung der sonstigen Qualitätsparameter - als »VDP.GROSSE LAGE« (grand cru) zu bezeichnen. 


Wir haben beide Karten reproduzieren lassen. Sie haben jeweils ein Format von ca. 42 mal 140 cm und sind plano, d.h. aufgerollt in einem Köcher, im Weingut (webshop) erhältlich.


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